Archive for the 'Politik' category
October 28, 2009 10:49 pm
Vergangenen Montag war Frau Edith Graf-Litscher, Nationalrätin Kt. Thurgau, zu Besuch in meiner Vorlesung. Sie ist Mitgründerin und Copräsidentin der Parlamentarischen Gruppe (PG) “Digitale Nachhaltigkeit”, welche vor einigen Monaten gegründet wurde (website). Der letzte Montag stand unter dem Thema “FOSS und Politik” und wir diskutierten zuerst auf konzeptioneller Stufe, was für eine Policy die Schweiz bezüglich FOSS annehmen sollte (basieredn auf Studien von www.csis.org). In der zweiten Stunde gab uns Frau Graf-Litscher dann einen Einblick in die reale Politik und zu den Hintergründen der PG; weshalb sie gegründet wurde, welche aktuellen Ziele sie verfolgt und welche Motionen die PG bereits eingereicht hat. Die Folien beider Lektionen findet man auf dem Vorlesungswiki.
Es freut mich sehr, dass nach 5 Jahren Vorlesung das Thema “Digitale Nachhaltigkeit” langsam auch ausserhalb der “(ver)Anstalt(ung)” gehört, gesehen und gelesen wird, denn die Zeit ist reif. 
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September 20, 2009 10:57 am
Noch so eine Handvoll Leute können in der Vorlesung mitmachen und credits erhalten, wenn sie möchten. Das gilt auch für Uni-Menschen, die natürlich auch herzlich eingeladen sind! Dazu am besten morgen bei der ersten Veranstaltung (15:15 im CHN E 46) vorbeikommen; dort wird erklärt, wie es abläuft und was man dafür tun muß. Da ich daraufhin angesprochen wurde: Es gibt keine separate Prüfung nach der Veranstaltung - ihr erbringt Eure Semesterleistung im Semester und habt danach ‘frei’.
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Die Kommission, konkreter das Directorate General “Enterprise and Industry” hat aktuell eine sog. consultation laufen. D.h. DG Enterprise hat einen Vorschlag für neue Regeln in einem white paper veröffentlicht, zu dem jetzt alle Feedback und Input geben können.
Das Thema ist “Modernising ICT Standardisation in the EU“. Das ist einmal grundsätzlich wichtig und andererseits scheint die Kommission bestrebt zu sein, endlich auch faire Bedingungen für offene Lösungen zu schaffen, in diesem Falle offene Standards und FOSS. Obwohl die Fragen etwas verklausuliert sind, lohnt es sich, das kurze WP (ca. 8 Seiten) zu lesen und die Liste mit Ja/Nein-Fragen zu beantworten. Wer wohlwollende Rechtsgelehrte kennt, soll diese mit einbinden.
Das Ganze kann man als Individuum oder - wenn man eine hat - als Organisation einreichen. Letzteres ist sicher effektiver, wenn man sich schon die Arbeit macht. Und: Man kann es in irgendeiner der offiziellen Sprachen der EU verfassen, muß nicht Englisch sein.
Also, auf geht’s!
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September 30, 2008 10:13 am
September 24, 2008 9:58 pm
Die Informatikdienste der ETH Zürich haben neu einen Blog, in den Mitarbeitende der ID regelmäsig von ihrer Arbeit bloggen. Finde ich sehr begrüssenswert, denn es trägt sehr zu Transparenz und indirekt Kundenähe bei, wenn eine grosse Dienstleistungsorganisation (die ID haben fast 200 MA) sich so offen für Feedback zeigt.
Wer etwas zu Open Source an der ETH sagen möchte oder lesen, was andere meinen, hier ist die Gelegenheit.
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September 17, 2008 3:13 pm
Ni hao! Ich habe heute einen Chinesisch-Anfängerkurs begonnen und bin bei der Suche nach Open Source Lernprogrammen auf eine interessante Meldung gestossen. Bei weitem ist nicht alles, was China tut, ist zu begrüssen, aber im Bereich Open Source und Linux scheint die chinesische Regierung weitsichtig zu handeln.
LUPA ist eine, von der Regierung unterstützte Allianz, die Open Source an Universtitäten mit Kursen und anderen Aktivitäten fördert. Über 300 Universitäten und Colleges sind Mitglied von LUPA. Der Chef von LUPA schätzt, dass in Zukunft bis zu 100′000 Studierende pro Jahr zertifizierte Linux-Kurse absolvieren werden. Das sind zwar nur 48h-Kursformate, aber immerhin: Wer von uns, ausser EntwicklerInnen, hat jemals einen mehrtägigen Kurs für ein Betriebssystem absolviert?
Gewiss, alles was China macht, ist zahlenmässig beeindruckend.Aber auch die Schweizer Universitäten und höheren Bildungseinrichtungen würden vom vermehrten Einsatz Freier Software profitieren: Kurzfristig und vielleicht auf “peanuts”-Level, indem Lizenzgebühren eingespart werden; mittelfristig und schon substantieller, indem Aufwand für die Lizenzadministration gesenkt wird (aktuelle Beispieldiskussion im neuen Blog der Informatikdienste der ETHZ) und schliesslich langfristig und mit Hebelwirkung, indem das Innovationspotential von Absolventen und Spinoffs dadurch erhöht wird, dass sie in Werkzeugen ausgebildet wurden, die es ihnen einfach machen, neue Dienstleistungen mit kurzen time-to-market Zeiten und zu kompetitiven Preisen anzubieten. Lokale Wertschöpfung ermöglichen und fördern ist was durch LUPA in China passiert – und auch hier klappen könnte. So überrascht es auch nicht, dass LUPA mit «stop piracy» klar Stellung (hier, Pkt. 6) bezieht, denn die Abhängigkeit von proprietärer Software – selbst wenn sie gratis ist – wirkt der Unabhängigkeit der eigenen lokalen Anbieter und Kunden entgegen. Es stimmt, dass auch ausländische Hersteller Arbeitsplätze in den Absatzmärkten schaffen. Aber nicht so viele. Zudem bleibt weniger des erwirtschafteten Gewinns vor Ort.
Wir werden sehen, ob China mit diesem neuen Ansatz, mehr Basar, weniger Kathedrale, endlich mal ein positiver Grosser Sprung gelingt.
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