Archive for the 'Events' category

Panel zu «Open Access» mit ETH-Präsident

January 25, 2009 11:58 pm

Diese Woche findet an der ETH Zürich das diesjährige AGS Annual Meeting statt, das neben dem offiziellen Programm auch ein Student Summit for Sustainability (S3)

enthält, das in Umfang und Relevanz der Beiträge dem offiziellen Programm in nichts nachsteht, wie ich finde.

Am S3 gibt es ein Diskussionspanel zum Thema “Open Access Publishing“. Drei hochkarätige Teilnehmer werden ihre Positionen zum Thema darlegen und diskutieren:

  • Prof. Ulrich Pöschl ist editor-in-chief eine Open Access Journals (”Atmospheric Chemistry & Physics”).
  • Prof. Kazuhiko Takeuchi ist editor-in-chief von “Sustaiability Science”, eine traditionellen Journal herausgegeben vom Springer-Verlag.
  • Prof. Ralph Eichler ist Präsident der ETH und beeinflusst dadurch massgeblich, welche Position die ETH Zürich in dieser Thematik einnimmt.

Ich konnte gerade kein Online-Programm finden, aber laut meinen Angaben findet es am  Dienstag um 17:00 im Hauptgebäue der ETH Zürich statt. Ich werde aber da sein, weil ich das Panel moderieren darf. Wer also Vorschläge/Ideen für interessante Fragen hat, bitte Kommentarfunktion benutzen.

Studierende untersuchen aktuelle Themen (Teil 1)

November 18, 2008 7:37 pm

Als Semesterleistung in meiner ETH-Vorlesung schreiben die Studierenden in 3er-Gruppen eine kleine Arbeit und halten eine Präsentation zu einer von mir gestellten Aufgabe. Die ersten beiden Präsentationsstunden sind um und ich möchte die Themen des ersten Blocks kurz vorstellen.

Bei allen Arbeiten ging es um das Leitthema “openness”, das sich aber in ganz verschiedenen Aspekten zeigte.

  • Die Gruppe #1 “open content communities” (Melanie Imhof, Stefan Geiger) verglich Funktionsweise und Governancevon drei open content communities: wikipedia.org, mutopia.org und openstreetmap.org.
  • Gruppe #2 “open access” (Miriam Küthe, Sabina Pfister)interviewte die Leitungen der beiden Hochschulbibliotheken ETH und UZH zum Thema “Open Access Publishing”.
  • Gruppe #3 “open/closed music” (Dominik Blunschy, Etan Kissling, Christian Decker) verglich drei Online-Musikanbieter iTunes, MagnaTunes und Jamendo, die mit sehr unterschiedlichen Lizenzierungen und Geschäftsmodellen Musik anbieten., von Standardpreisen bis ganz gratis (und frei).
  • Gruppe #4 “ope/closed mobiles” (Christian Starchl, Cedric Staub, Moritz Mani) verglich Geschäftsmodelle und technische Besonderheiten der drei Mobiltelefone iPhone, Android/G1 und openmoko.
  • Gruppe #5 “open spectrum” (Jeremie Miserez, Dario Todaro, Pascal Studerus) untersuchte das openBTS PRojekt, welches eine freie Implementation des GSM-Mobilfunkstandards verfolgt, um eine sehr flexible und günstige Mobillösung unabhängig von bestehenden Providern anzubieten.
  • Gruppe #6 “net neutrality” (Pascal Spörri, Yannick Stucki, Roman Hellmüller) untersuchte die Interessen und Argumentationen zur Netzneutralitätsdebatte und zeigt dabei auch wie Schweizer Provider den Datenverkehr per traffic-shaping beeinflussen.

Zu allen Themen findet man hier den PDF-Bericht (bitte die CreativeCommons-Lizenz beachten!) und die -Präsentation. Viel Spass beim Lesen!

Wer Interesse an den anderen Themen hat ist herzlich eingeladen in der Vorlesung vorbeizuschauen und die Präsentationen live mitzuerleben: Jeden Dienstag Nachmittag 15-17h, im Rechenzentrum, Raum F21, der ETH Zürich (Karte).

Schweizer Preisüberwachung. Wird der Bock zum neuen Gärtner gemacht?

June 18, 2008 2:52 pm

Der Bundesrat hat heute eine Personalentscheidung bei der nationalen Preisüberwachung getroffen, die noch für einige Diskussionen sorgen dürfte. Geschäftsleitungsmitglied und «Lead Corporate Affairs and Citizenship» von Microsoft Schweiz, Dr. Stefan Meierhans, soll auf 1. Oktober die Nachfolge von Rudolf Strahm antreten.

Microsoft? Das ist die Firma, die von der Europäischen Kommission im März 2004 zur bislang größten je von der EU verhängten Buße verurteilt wurde: eine halbe Milliarde Euro. Warum? Weil sie ihre dominante Marktposition mißbrauchte, um Mitbewerber und damit den Wettbewerb zu behindern. (Details in der 300-seitigen Anklageschrift.) Durch die Medien ging der Fall aber aus einem zweiten Grund: MS bezahlte zwar die Strafe, kam aber den anderen Auflagen bezüglich Offenlegung von Informationen so wenig nach, daß die Kommission im Dezember 2005 beschloß, ein zusätzliches tägliches Bußgeld von €2 Mio. zu verhängen, bis die Auflagen erfüllt seien. Als MS im Juni 2006 erklärte, man hätte begonnen die Auflagen zu erfüllen, war dies für die Kommission zu spät. Ein weiteres Bußgeld von einer Viertel Milliarde Euro wurde im Juli 2006 verhängt. Die Berufung wurde abgelehnt und im Oktober 2007 — nach über drei Jahren — erklärte MS, daß sie die Strafen bezahlen und keine weiteren Berufungen einlegen würde.

Diese über Jahre andauernde Fehde ist Lehrbuchstoff für Wettbewerbshüter und Preisüberwacher.

Vor diesem Hintergrund wirkt die Bundesratsentscheidung, ein Vorstandsmitglied von MS Schweiz zum nationalen Preisüberwacher zu ernennen, politisch etwas unbedacht. Selbst wenn Herr Meierhans seinen früheren Arbeitgeber Microsoft, bei dem er seit 2003 für politische Angelegenheiten angestellt war, «vergißt», wer wird ihn ihm den objektiven Befürworter eines reibungslosen Wettbewerbs sehen?

ITU Workshop: “Intellectual Property Rights and ICT standards implementation”

June 17, 2008 7:38 am

Wer am 1. Juli noch nichts vorhat und mal (wieder) Genf besuchen will — und wer sich für die Rolle geistiger Eigentumsrechte bei ICT-Standardisierungen interessiert, der kann das alles nett kombinieren. :-) Die ITU veranstaltet einen Workshop zu genau diesem Thema (detailliertes Programm). Der Eintritt ist gratis, man muss sich nur online anmelden.

Meine Vorlesung zu «Digitaler Nachhaltigkeit» findet wieder statt

June 16, 2008 2:41 pm

Hurra. Meine Vorlesung an der ETH findet diesen Herbst wieder statt. Alle, die sich für die Thematik Nachhaltiger Umgang mit digitalen Ressourcen interessieren, sind herzlich eingeladen!

Die Veranstaltung richtet sich gezielt nicht an InformatikerInnen, sondern an alle, die sich für die gesellschaftlichen Auswirkungen interessieren, die aus unserer Art und Weise mit digitalen Gütern (Software, Musik, Bilder, etc.) umzugehen, entstehen. ETH- und Uni-Menschen können gleichermassen daran teilnehmen. (Uni-Menschen erkundigen sich an ihrer alma mater, was sie tun müssen, um credits zu kriegen. An mir soll es nicht liegen. :-) )

Mehr zum Inhalt findet man und frau im VVZ der ETH.

Ist es einfacher digital-nachhaltiger zu werden als öko-nachhaltiger?

May 27, 2008 8:26 pm

Habe heute einen Vortrag von Matthias Stürmer (ETH SMI) gehört, wie es IBM “geschafft” hat, eine Community um die Eclipse-Programmierplattform herum aufzubauen. War sehr interessant. Die anschliessende Diskussion, bei der auch Marc Holitscher (MS) dabei war, kreiste u.a. um die spannende Frage, warum IBM das machte… (warme) Grosszügigkeit oder (kaltes) Investment?

Die Diskussion brachte mich zum Nachdenken, worin die Unterschiede bestehen, wenn eine Firma versucht “öko-nachhaltig” oder eben “digital nachhaltig” zu sein. Der folgende Vergleich hinkt natürlich (Äpfel und Birnen, sozusagen), deshalb also nur mal eine Meinung, die auch gerne in einem Kommentar zerrissen werden kann…



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